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Neembäume und Samen für Mancora am Pazifik
Ab 20.04.2009 wurden Neembäume rund um ein auf einem Hügel stehendes Hotel gepflanzt.
Mancora ist ein kleiner touristischer Ort an der Küste. Viele Bauten stehen mit ihren Fundamenten auf einem Gemisch aus Geröll, Sand und
Lehm, so auch das Kon Tiki von der Peruanerin Patricia und Jürg aus der Schweiz. Eine unkalkulierbare Mischung bei schweren Regenfällen.
Die Bäume sind gut angegangen und wachsen zur Freude der Besitzer rasend schnell.
Jürg Thommen und seine Frau haben ein wenig Land und züchten nun Neembäume, um sie in der Gegend zu verbreiten.
Auf demselben Hügel wohnt Angela Schmitzberger aus Österreich, die in Mancora ein kleines vegetarisches Restaurant betreibt und unser
Projekt unterstützt.
Insgesamt haben sie gemeinsam Neem-Bäume gezogen, die dort in der Gegend ausgepflanzt werden sollen.
An dieser Stelle danken wir für das Engagement.
Moringa
26.04.2009 Wir haben Moringasamen gekauft und testen die ersten auf seine Eignung für Peru.
Dieser Baum stammt aus der Himalayaregion in Nordwestindien und soll neben dem Neembaum eine kräftigende Nahrungsergänzung für
mangelernährte Menschen und Tiere sein.
Sein Protein-, Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist sehr hoch und vergleichbar mit Spirulinaalgen.
Das Pulver aus zerstoßenen Samen eignet sich zur Trinkwasseraufbereitung.
Der Baum ist sehr schnellwüchsig und hatte bei uns im Dezember 2009 die ersten Früchte mit reichlich Samen, die für die weitere Vermehrung
gedacht sind. Der Moringa trägt ganzjährig Früchte.
Weitere Testpflanzungen auf 1400 m über N.N.
Am 15.05.2009 gehen 2000 Neemsamen nach La Manga, eine Autostunde von der Stadt Jaen / Sierra entfernt.
Die Bäume sollen in der Höhenlage als Erosionsschutz zum Einsatz kommen und sie werden von den Kleinbauern zur Nutzung im Kaffeeanbau getestet.
Der Neembaum vom Ing.
16. und 17.06.2009: Mittlerer Weile haben wir mit offenen Augen das gesamte Stadtgebiet von Piura und Umgebung nach weiteren Neem-Bäumen abgesucht. Leider erfolglos. Uns
kam die Idee noch einmal zu dem „ersten Neem-Baum vom Ing.“ zu fahren in der Hoffnung „Carlos“ zu treffen. Auf die Frage, wo der „Ing.“ wohnt bekamen wir bereitwillig Auskunft
und wir machten uns sofort auf den Weg.
In einer staubigen Wohnsiedlung am Stadtrand von Piura fanden wir das Haus sehr schnell. Die zwei riesigen Neem-Bäume, als einziges Grün, waren nicht zu übersehen.
Empfangen wurden wir von der Dame des Hauses und ihren beiden Söhnen. Wir trugen unser Anliegen vor und berichteten von unseren Ideen für die Verbreitung des Neembaumes
in der Region.
Eine merkwürdige Mischung aus großer Freude über unser Erscheinen und trauriger Zurückhaltung bestimmte die ersten Minuten unseres Zusammentreffens. Das Portrait des
Vaters hing über dem Sofa, auf dem wir saßen. Ihr Mann, der Bau-Ingenieur Victor Raul Zapata, war leider 5 Monate zuvor relativ jung verstorben. Frau Zapata übergab uns zur
freien Verfügung beide Neem-Bäume vor der Haustür. Einen dritten hatten sie fällen müssen, weil der Baum zu eng gepflanzt am Haus stand. Den monumentalen Stamm übergab sie
uns für erste Versuche in der Holzverarbeitung.
Bei der Verabschiedung beantwortete sich dann noch die alles entscheidende Frage:
Beide Neem-Bäume standen seit Wochen im Wasser und von den herabgefallenen Samen sprossen unzählige kleine Neems in der großen Pfütze. Im Falle eines El - Niño müsste
der Neembaum eine größere Wassermenge vertragen können. Ein Leck im Wasserrohr sollte von der Stadt repariert werden. Doch aufgrund leerer Stadtkassen lassen sie länger
auf sich warten. Was ein Glück für uns!
Die kleinen Neem-Setzlinge aus der Pfütze haben wir fast alle in Pflanzkästen retten können und den Baumstamm haben wir am 01.08.2009 in einer spektakulären Aktion durch
Piura „gezogen“.
Am 02.08.2009 machten wir die ersten Erfahrungen mit diesem wunderbaren Holz. Es ist ein helles, relativ leichtes Holz. Sehr hart, aber gut zu bearbeiten. Nach dem Besuch von
Familie Zapata und unseren erfolgreichen Versuchspflanzungen, beschlossen wir dem Projekt Plan Verde einen Namen zu geben.
Landsuche
02.07 2009 Die von der Stadt angebotenen Flächen waren zu weit entfernt oder hatten kein Wasser. Zu hohe Kosten zur Erschließung wären erforderlich gewesen.
Die Keimfähigkeit der Samen beginnt abzulaufen. Der Neemsamen ist in der Regel ca. 6 Wochen nach der Ernte keimfähig. Einen Teil haben wir entpulpt und angetrocknet im
Kühlschrank gelagert.
Doch die meisten der ca. 45.000 Samen lagerten als ganze Frucht und wurden auf diverse Kühlschränke im Freundeskreis verteilt.
Land gefunden
13. 07.2009 – 31.07.2009 Oscar Izquierdo stellt uns sein Land zur Verfügung. Ein alter Hacienda - Besitz mit 2 Brunnen die Wasser haben. Wir bereiten die Fläche von 1200 m² vor und errichten einen
Schutz gegen freilaufende Tiere. Die Wasserqualität ist sehr salzig, aber ausreichend.
Leider stellt sich später heraus, dass die Brunnen nicht genügend Wasser-Nachlauf haben und somit die benötigte Fördermenge zu gering ist.
Die Samenqualität der ersten Sammlung wird immer schlechter. Die Zeit läuft uns davon.
23.07.2009 Ein Gespräch mit Enrique Pizarro machte uns neue Hoffnung ein geeignetes Stück Land zu finden. 28.07.2009 Besichtigung der neuen Möglichkeit zur Landnutzung. Wasser ist in
ausreichender Menge vorhanden. Prüfung der Bodenqualität erfolgreich. 29.07.2008 Enrique Pizarro stellt uns eine Fläche von ca. 1 Hektar, incl. Wasser, kostenfrei zur Verfügung.
Vorbereitung der Vereinsgründung
01.08.2009 Dank der Bereitstellung von Land, können wir mit der Gründung von Plan Verde beginnen.
04.08.2009 Beginn der Landaufbereitung – Säuberung einer Fläche von ca. 1200 m². Diese Fläche ist für die erste Planung von 25.000 Pflanztüten (Almacigos) ausreichend.
Kosten für die Pflanztüten pro 100 St./ 3,20 Soles.
06.08.2009 Beginn mit dem Aushub der Pflanzkassetten (230 cm x 125 cm x 20 cm) und Abfüllung der Almacigos mit der Erde / Sand vom Bodenaushub. Die Almacigos müssen in
die Erde eingelassen werden, als Schutz gegen die Sonne und Verdunstung.
Die Sonne zersetzt innerhalb eines Jahres das Plastikmaterial.
10.08.2009 Ein in Peru lebender deutscher Anwalt übernimmt die Formulierung der Satzung und des Gründungsprotokolls für den Verein Plan Verde. 16.08.2009 Abschluss der
Aushubarbeiten. Die vorbereiteten 25.000 Almacigos sind fertiggestellt. Die nächsten 2 Tage muss ausreichend gewässert werden. 18.08.2009 Beginn mit der Aussaat. In der
Hoffnung, dass die zwischenzeitlich überlagerten Samen noch keimfähig sind. 20.08.2009 ca. 1000 gekaufte Neem-Samen aus Brasilien und ca. 1000 von einem Hindu aus Indien
ausgesät. Wir wollen die Bäume mit den Neembäumen in Piura vergleichen und sind gespannt, ob es sich um die gleiche Art handelt. Bis heute sieht es so aus, als wenn es da
keine Unterschiede gibt. Samen, Blattwerk, Stamm und Wurzeln sind identisch.
25.08.2009 Erster Satzungs-Entwurf steht. 03.09.2009 Abschluss der Aussaat. Die Zeit des Bangen beginnt. 10.09.2009 Die Befürchtung dass die Saat zu alt war, spitzt sich zu.
Keimerfolge sind nur vereinzelt zu verzeichnen. Durch zeitlich unterschiedliche Samensammlungen im April, Mai und Juni und der Kühlschranklagerung war die Samenqualität
schlecht. 24.09.2009 Beginn mit der zweiten Aussaat mit den Samen von Juni. 28.09.2009 Die Vereinssatzung und das Gründungsprotokoll werden beim Amtsgericht in Hannover
eingereicht. 05.10.2009 Beginn mit Logoerstellung und Webseitenbau.16.11.2009 Kleine Keimerfolgen sind zu verzeichnen. Von den 17.800 neu bestückten Pflanztüten lag die Erfolgsquote bei ca. 20 % aufgrund der
mangelhaften Samenqualität.
09.12.2009 Es ist offiziell. Plan Verde darf den Zusatz e.V. tragen. Der Verein ist im Vereinsregister eingetragen und anerkannt. Plan Verde e.V. , Registerblatt VR 201084.
21.12.2009 Das Finanzamt Nienburg / Weser bescheinigt Plan Verde e.V. die Gemeinnützigkeit nach §§ 51 f.f. AO.
24.12.2009 bis 04.2010 Die Pflanzen haben sich gut entwickelt und wachsen bis heute bei 2 - 3 maliger Bewässerung pro Woche.
Die Neem-Bäume sollten eine Größe von 60-80 cm haben, damit sie beim Auspflanzen an Ort und Stelle nicht übersehen werden
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